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Die Flatrate für mehr Datenschutz

Die Flatrate für mehr Datenschutz

Im Zuge der aktuellen Skandale um den amerikanischen Auslandsgeheimdienst und die lückenlose Speicherung des Internet-Verkehrs durch die Briten ist der Datenschutz wieder verstärkt in den Vordergrund gerückt. Viele Nutzer fragen sich mittlerweile, wie sie sich im Internet bewegen können ohne ständig überwacht und erfasst zu werden.

Eine komplette Sicherheit wird es nicht geben, aber man kann zumindest dafür sorgen, dass die eigenen Datenspuren im Netz möglichst gering ausfallen. Interessanterweise kann eine Flatrate (beispielsweise für das Handy oder Smartphone) dabei helfen, den eigenen Datenberg bei den Providern etwas zu reduzieren.

Bild: ##http://www.flickr.com/photos/ivyfield/4802227735/sizes/m/in/photostream/##Yutaka Tsutano

Es darf nur gespeichert werden, was benötigt wird

Grundlage dafür sind die gesetzlichen Regelungen des Bundesdatenschutzgesetzes. Diese schreiben vor, dass ein Anbieter nur diese Daten erheben und speichern darf, die für den Vertragszweck unbedingt notwendig sind. Darunter fallen beispielsweise die Kundendaten wie Adresse und Name, aber auch Kontodaten und die Rufnummer für das Handy. Nutzt man keine Flatrate fallen auch die Nutzungsdaten unter die Speicherung, denn für die Abrechnung ist es notwendig die Nutzung zu erfassen. Bei einer Flatrate dagegen wird unabhängig von de Nutzung abgerechnet, die Erfassung der Online-Zeiten ist also nicht mehr notwendig.

 

Allein durch die Flatrate Abrechnung darf ein Anbieter bestimmte Daten nicht mehr speichern. Wer also auf der Suche nach einer Handy-Flatrate ist, sollte auch im Hinterkopf behalten, dass dies datenschutzrechtlich einige Vorteile mit sich bringt. Flatrates gibt es mittlerweile ab etwa 15 bis 20 Euro monatlich (einen Überblick gibt es beispielsweise auf www.allnetflat-24.de). Sie eignen sich daher auch für Normal-Nutzer.

 

Nicht alle Anbieter halten sich daran

 

Bei einigen Anbietern hat sich diese gesetzliche Regelung allerdings noch nicht herum gesprochen. Wie die Bundesnetzagentur in einer aktuellen Überprüfung der Speicherpraxis der Telekommunikationsunternehmen feststellen mußte, werden durch die Betreiber teilweise noch mehr Daten erhoben als eigentlich notwendig waren. So fanden sich beispielsweise Daten zu den Standorten der Handys (Cell-ID) und den IMEI Nummern der Geräte der Kunden obwohl diese Daten nicht notwendig waren und damit auch nicht gespeichert werden durften. Die Bundesnetzagentur hat dies bereits beanstandet und die betroffenen Unternehmen werden ihre Speicherpraxis wohl kurzfristig ändern.

 

Allerdings sind auch Flatrates kein absoluter Schutz. Sie helfen, die eigenen Datenspuren im Netz etwas geringer ausfallen zu lassen, gegen die Kontrolle der Inhalte durch ausländische Geheimdienste helfen sie leider nicht. Eine Flat kann aber dann helfen wenn es darum geht einer Funkzellenabfrage zu entgehen oder der Vorratsdatenspeicherung ein Schnippchen zu schlagen. Denn wenn keine Daten erhoben werden, können diese auch nicht auf Vorrat für drei oder sechs Monate gespeichert werden.

 

Dies alles ist aber maximal eine kleine Form der Notwehr, weil der Staat bzw. die deutsche Regierung in dieser Hinsicht bis auf ein paar Erklärung untätig zu sein scheint. Letztendlich bräuchte man nationale und internationale Regelungen, wie mit den Daten der Internet-Nutzer umgegangen werden darf und auch Gesetze, was nicht erlaubt ist. Derzeit sind ausländische Bürger eher Freiwild und kaum geschützt, was Auslandsgeheimdienste weidlich ausnutzen.