close
Die Bankenaufsicht und ihre Reform

Die Bankenaufsicht und ihre Reform

Sollte die Reform für die Bankenaufsicht tatsächlich so eintreten wie es sich die Union vorstellt, gibt es sicherlich viele Sorgenfalten für Axel Weber und bestimmt mehr als einen Posten, auf dem er die Stellung halten muss. Die Notenbank hat vorgesehen, die Finanzaufsicht BaFin und den Rettungsfonds Soffin zusammenzulegen, so dass zwei Posten vom Präsidenten der Bundesbank geführt werden müssen.

Und zwar den Posten des Präsidenten der Bundesbank und zusätzlich noch der des Leiters einer Holding. Was zuerst einmal als Vorteil und großer Gewinn an Kompetenzen aussieht, kann aber auch ganz schnell in die andere Richtung ausschlagen.

Axel Weber muss auf der Hut sein, ansonsten kann der Bundesbank die Macht über die Bankenaufsicht verloren gehen. Dies wäre wieder ein Schritt in eine neue Finanzkrise, denn die Stabilität des Finanzmarktes wäre somit wieder stark gefährdet.

Die doppelte Struktur hat sich als unfruchtbar herausgestellt, wie man in der Finanzkrise sehen konnte. Jeder schob es auf den anderen und keiner war dafür zuständig! Die neue Reform der Bankenaufsicht lässt viele Fragen offen. Die Skepsis und die Frage, ob die neue Holdingstruktur so überhaupt Sinn macht stehen noch im Raum. Summa summarum sind es doch drei Stellen die Begehrlichkeiten anmelden und alles für sich selbst entscheiden möchten. Axel Weber hat dann letztendlich doch keinen Einfluss.

Fazit wäre eine Bundesbank ohne Einfluss, die ihrer Rolle als Aufpasser des Finanzmarktes nicht mehr nachkommt sowie ein übermächtiges BaFin, das alle Aufsichtsfähigkeiten beinhaltet. Es würden nur noch folgende Beschäftigungsfelder von Bedeutung sein, wie beispielsweise der Zahlungsverkehr und die nationalen Überbleibsel der Geldpolitik.

(Quelle: Financial Times)