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Deutsche Bank: Wechsel im Vorstand

Deutsche Bank: Wechsel im Vorstand

Jetzt ist beschlossene Sache, dass Anshu Jain, ein in London lebender gebürtiger Inder, bei der Deutschen Bank ab Juli die alleinige Verantwortung für das Investmentbanking übernimmt.

Offen bleibt, ob der Neue im Vorstand damit auch Aussichten auf die Nachfolge von Josef Ackermann, Chef der Deutschen Bank, hat.

Es steht allerdings fest, dass Michael Cohrs (Co-Investmentbankchef) im Sommer seinen Posten an Anshu Jain abgeben wird, so teilte die Deutsche Bank selbst mit. Damit ist Jain für das Kerngeschäft der Bank, in dem 90 Prozent der Milliardengewinne erwirtschaftet werden, alleinverantwortlich.
Mit diesem Wechsel reduziert die Deutsche Bank ihr Führungsgremium von acht auf sieben Mitglieder.

Aus Bankenkreisen verlautet, dass die Entscheidung für Jains keine Vorentscheidung für die Nachfolge Ackermanns darstelle. Die Deutsche Bank will mit dem bevorstehenden Erwerb der Postbank das Privatkundengeschäft kräftig ausbauen. Hier hat Anshu Jains allerdings keinerlei Erfahrung.

Von Kritikern wird darüber hinaus befürchtet, dass alte Gräben zwischen den Londoner Investmentbankern und den traditionellen Firmenkundenbetreuern in Frankfurt wieder aufbrechen könnten durch die Führung Jains. Zudem habe er nur eine „mangelhafte Verdrahtung“ zur deutschen Politik und spreche darüber hinaus kaum Deutsch. Ein Mangel, denn die Deutsche Bank legt im Ausland viel Wert auf den Heimatmarkt Deutschland.

Ackermann selbst äußerte sich zu einer eventuellen vorzeitigen Ablösung auf einer Wiener Konferenz wörtlich dazu, dass er gedenke, bis 2013 zu bleiben: „Das ist die spannendste Zeit meiner Karriere, warum sollte ich jetzt gehen?“