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Darmstadt: Wegen Befangenheit einer Schöffin größter Kinderporno-Prozess geplatzt

Darmstadt: Wegen Befangenheit einer Schöffin größter Kinderporno-Prozess geplatzt

Bild: ##http://www.flickr.com/photos/foxmuld3r/553475103/sizes/m/in/photostream/##FoXMuLD3R
Der Verteidiger-Anwalt im bundesweit größten und schrecklichsten Kinderporno-Prozess hat einen Antrag auf Ablehnung einer Frau gestellt, die gegen seinen Mandanten voreingenommen sei.

Die ehrenamtliche Schöffin habe gesagt: „Wir sind hier in einem Pädophilen-Prozess, die haben Straftaten begangen!“

Das Darmstädter Landgericht gab daraufhin am vierten Verhandlungstag dem Befangenheitsantrag des Verteidigers statt. Der Prozess muss nun am 30. September neu eröffnet werden.

Es handelt sich um einen der größten Kinderporno-Prozesse der Republik, bei dem neun Männer angeklagt sind, die mehr als 100.000 unglaublich skandalöse Sexdateien aus dem Internet heruntergeladen haben.

In den den Angeklagten zur Last gelegten Dateien aus den Jahren 2006 bis 2009 soll der sexuelle Missbrauch von Kindern zu sehen sein. Kaum vorstellbar für den normalen Bürger: Es soll sich sogar hierbei um den Missbrauch von Säuglingen gehandelt haben. Wer zu diesem Verbrecherring gehören wollte, habe erst eine Art Aufnahmeprüfung bestehen müssen, so Oberstaatsanwalt Rainer Franosch. Die Kriminellen waren bei einer Razzia im vergangenen Jahr aufgeflogen.

Jetzt muss der bundesweit größte Kinderporno-Prozess wegen Befangenheit der ehrenamtlichen Schöffin am 30. September neu eröffnet werden.