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Chinesen wollen den Euro stark reden

Chinesen wollen den Euro stark reden

Der Chef des chinesischen Staatsfonds, der 300 Milliarden schwer ist, kann keine Krise in Europa erkennen. Anscheinend ignoriert er die Schuldenprobleme verschiedener südeuropäischer Staaten. Die Schuldenberge dieser Staaten würden wahrscheinlich nicht zu einer Krise führen, so die Einschätzung des Staatsfonds CIC von China. Der Vizechef der chinesischen Investmentgesellschaft Jesse Wang sagte, dass die Defizite in den Haushalten der betroffenen Länder sehr groß seien, aber nicht zu einer Krise führen würden.

Damit entspricht er außerdem einer Bitte eines betroffenen südeuropäischen Staates. Er sei von einem Botschafter gebeten worden eine solche Aussage, mit der er klar stelle, dass die Lage nicht so gravierend wie bisher dargestellt sei, öffentlich zu bekunden. Wang wollte jedoch auch nicht verraten um welchen Euro-Staat es sich handelt. Er gab aber dennoch zu verstehen, dass der Brief des Botschafters nichts an seiner Beurteilung ändern würde. Selbstverständlich lasse man sich nicht von einem Brief beeinflussen, wenn man den Markt einschätzt.

Wang betonte weiterhin, dass die Haushaltsdefizite wichtiger Staaten, die nicht zur Eurozone gehören keinen Grund zur Sorge auslösen würden. Japan beispielsweise wäre schon von der Tradition her hoch verschuldet, trotzdem würde niemand in den Sinn kommen, dass die zweitgrößte Volkswirtschaft der Welt in Kürze Bankrott sein könnte. Selbst bei den Vereinigten Staaten von Amerika würde es keinen Grund zur Sorge geben. Desweiteren wären die Unregelmäßigkeiten in Dubai weitaus weniger schlimm, als zunächst angenommen. Dubai hätte ein regionales Problem, dass sich nicht weiter auswirkt.

Das Problem der Griechen gehört derzeit zu den am meisten diskutierten Problemen. Die Griechen haben wesentlich mehr Schulden, als bislang angenommen wurde. Mittlerweile gibt es viele Spekulanten, die auf einen Staatsbankrott Griechenlands wetten. Experten befürchten einen Domino-Effekt, der sich auf die Länder Portugal, Spanien und Italien ausweiten könnte. Die Folge wäre ein deutlich schwächerer Euro.

In Anbetracht der gerade erst getätigten großen Verkäufe von US-Anleihen verwundert es nicht, dass die Chinesen derzeit den Euro stark reden.

(Quelle: Focus)