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China wirft verhaftetem Künstler Ai Wei Wei Wirtschaftsverbrechen vor

China wirft verhaftetem Künstler Ai Wei Wei Wirtschaftsverbrechen vor

Bild: ##http://www.flickr.com/photos/cainandtoddbenson/5240416160/sizes/m/in/photostream/##Cain and Todd Benson
Von wegen Menschenrechte. Erst am vergangenen Sonntag wurde der Künstler und Bürgerrechtler Ai Weiwei auf dem Pekinger Flughafen verhaftet. Die Staatsagentur Xinhua machte nach drei Tagen immer noch keine konkreten Angaben zum angeblichen Verbrechen dieses weltweit hoch angesehenen chinesischen Künstlers.

Bevor Ai Weiwei festgenommen wurde wollte er nach Hongkong fliegen, die Eröffnung einer Ausstellung in Berlin Ende April war ebenfalls von ihm geplant. Die kommunistische Partei in China behauptet, dass Ai Weiwei ein Außenseiter der chinesischen Gesellschaft sei.

Nicht einmal die unbequemen Fragen des Künstlers akzeptiert der chinesische Staat, der immer stärker Bürgerrechtler ins Visier nimmt, die nicht nach seiner Pfeife tanzen. Ai Weiwei ist da leider kein Einzelfall. Es gibt viele weltweit bekannte inhaftierte Künstler in China, die man unter Druck setzt. Hier sei nur Lin Xiaobo genannt, der zu seiner eigenen Firedensnobelpreisverleihung keine Ausreiseerlaubnis erhielt und nach wie vor inhaftiert ist.

Außenminister Westerwelle hatte den chinesischen Botschafter ins Auswärtige Amt einbestellt und die umgehende Freilassung des Künstlers Ai Weiwei gefordert. In Berlin äußerte er gestern: „Wir stehen eindeutig auf der Seite der Freiheit der Kunst und der Meinungsfreiheit“. Diese Kritik wies China umgehend zurück. Viel kann die Bundesregierung sowieso im Land der Mitte nicht ausrichten. Es gibt zu enge, verflochtene wirtschaftliche Beziehungen und dahinter stehen die Gewinne internationaler Konzerne, da kann man nur „vorsichtige Kritik“ anbringen, um keinen Schaden anzurichten. Schließlich geben sich deutsche Investoren ständig in China die Klinke in die Hand.

Näheres auch bei fz vom 9.10., 6.11. und 10.12.2010.