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China verschärft Restriktionen: Künstler Ai Weiwei unter Hausarrest

China verschärft Restriktionen: Künstler Ai Weiwei unter Hausarrest

Bild: ##http://www.flickr.com/photos/kudo88/4184884927/sizes/m/in/photostream/##sanfamedia.com
Mittlerweile verhält sich China immer restriktiver gegen Regimekritiker. Die Führung hat den Kurs nicht erwünschter Andersdenkender im eigenen Lande nochmals verschärft.

Erst wurde der Dissident Liu Xiaobo, der den Nobelpreis bekam, unter Hausarrest gestellt und verhaftet, jetzt hört man auch von dessen Frau nichts mehr. Die Internet- und Mobilfunkanschlüsse wurden gekappt. China ist unerbittlich gegen Dissidenten und fährt weiter einen harten Kurs.

Jetzt geht es dem weltberühmten Konzeptkünstler Ai Weiwei, der bisher verschont wurde, an den Kragen. Erst wurde von der chinesischen Regierung die Zwangsschließung seines neuen Studios in Shanghai veranlasst, dann tauchten ein Dutzend Männer auf, die mit einem Lieferwagen die Zufahrt seines Hauses in Peking blockierten.

So war es von Ai Weiwei selbst zu hören, dem man bislang wenigstens das Sprechen noch nicht verbietet. Allerdings darf er mittlerweile die Hauptstadt nicht mehr verlassen. Jetzt habe er auch – kurz nach der Fertigstellung seines Studios in Shanghai – dessen Abrissaufforderung erhalten.

Der Gegenwartskünstler engagiert sich politisch und gesellschaftlich in China und ist somit schon lange ins Visier der Regierung geraten. Die hielt sich bisher zurück. Vielleicht wegen der weltweiten Berühmtheit von Ai Weiwei und der ebenfalls weltweiten Empörung, die dann zu erwarten war. Aber jetzt wird auch dieser unbequeme Dissident nicht mehr verschont.

China balanciert längst auf einem ganz schmalen Seil zwischen restriktiver Staatspolitik, der Ausrichtung nach dem Westen, Aufträgen und Wirtschaftserfolgen. Und der Westen ist letzendlich von diesem bevölkerungsreichsten Staat der Erde abhängig und verfolgt ebenfalls nur wirtschaftliche Interessen. So ist sicher auch jetzt kaum ein Protest zu hören aus der westlichen Welt gegen die chinesische Willkür, an der sich seit Jahrzehnten nichts geändert hat. Auch nicht nach der Olympiade 2008.