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China trennt sich von enormer Menge an US-Anleihen

China trennt sich von enormer Menge an US-Anleihen

Japan löst China als größten Gläubiger der Vereinigten Staaten von Amerika ab. China hat im vergangenen Dezember US-Anleihen in einer Höhe von 34 Milliarden Dollar veräußert. Aktuell hält das Land damit noch 755,4 Milliarden Dollar in Bonds. Das geht aus Informationen hervor, die das US-Finanzministerium am Dienstag vorgelegt hat. Die Nachfrage nach US-amerikanischen Staatsanleihen würden Experten mit Sorge sehen. Befürchtungen werden wach, dass die zerbrechliche leichte Erholung der US-amerikanischen Wirtschaft durch hohe Zinsen auf Staatsanleihen in Gefahr ist.

Win Thin, Währungsstratege bei Brown Brothers Harrisman, hat dazu geraten die Daten genau unter Beobachtung zu halten. Man gehe nicht davon aus, dass die Reserve-Manager große Positionen an US-amerikanischen Papieren verkaufen.

Insgesamt hätte China in den zurückliegenden Monaten Staatsanleihen in einer Größenordnung von 45 Milliarden Dollar veräußert. Alan Ruskin von der RBS Securities sagte dazu, dass der Zeitraum repräsentativ genug sei, um daraus einen Trend ableiten zu können. Die Vermögenswerte, die China in Dollar hält, waren vergangenes Jahr Gegenstand von öffentlichen Äußerungen Pekings, dass man besorgt ob der Sicherheit dieser Anlagen wäre. Momentan gelten die Beziehungen zwischen Washington und Peking durch diverse Differenzen, wie Wechselkursfragen, Internetzensur, Handelsbeschränkungen, Fragen der Menschenrechte und eine Waffenlieferung an Taiwan, die von der US-Regierung angekündigt wurde, als belastet. Derzeit ist China der Staat mit den höchsten Währungsreserven weltweit. Diese belaufen sich aktuell auf knapp zwei Billionen Dollar.

Unterdessen zeigen sich andere Investoren deutlich kauffreudiger. Im Dezember des vergangenen Jahres hat alleine Japan US-amerikanische Anleihen im Wert von 11,5 Milliarden Dollar angekauft. Damit hat Japan sein Gesamtvolumen auf 768,8 Milliarden Dollar erhöht. Weitere kauffreudige Staaten waren den Informationen zufolge Großbritannien, Hongkong und Luxemburg. Thin sagte dazu, dass einer der Hintergründe für die Kauffreude die Einbußen bei Euro-Anleihen seien, ausgelöst durch die Situation in Griechenland. Insgesamt konnte sich die USA über Nettozuflüsse in einer Höhe von 63,3 Milliarden Dollar freuen, denn die USA benötigt dringend Kapitalzuflüsse, damit das extrem hohe Handelsdefizit finanziert werden kann.
(Quelle: Handelsblatt)