close
Chef des IWF – Griechenlands Ausweg liegt in Deflation

Chef des IWF – Griechenlands Ausweg liegt in Deflation

Der Chef des Internationalen Währungsfonds (IWF), Dominique Strauss-Kahn, ist der Meinung, dass der einzige Ausweg Griechenlands aus der Krise in der Deflation liegt.

In einem Interview mit dem Magazin „Profil“ sagte er, dass man die Wettbewerbsfähigkeit Griechenlands wieder herstellen könne, indem die Preise und Löhne sinken. Man müsse in Griechenland den entgegengesetzten Weg einschlagen, den man in den zurückliegenden Jahren beschritten hat. Er hat außerdem nochmals betont, dass der IWF dem südeuropäischen Land Hilfe gewähren wolle. Strauss-Kahn betonte allerdings auch, dass er hofft, Griechenland würde ohne diese Hilfe aus der Krise finden.

Am Wochenende haben die Finanzminister der Euro-Staaten konkrete Hilfen für Griechenland vorgeschlagen (Finanzzeug hat berichtet). Demnach sollen im Notfall von den Euro-Ländern bis zu 30 Milliarden Euro an Krediten gewährt werden. Das Programm würde vorerst drei Jahre laufen und könnte weiterhin um IWF-Kredite ausgeweitet werden. Strauss-Kahn hatte für den heutigen Montag angekündigt, dass er Gespräche mit den Griechenland-Vertretern, der Europäischen Zentralbank (EZB) und der EU-Kommission führen will.

Der Chef des IWF macht sich für eine Wirtschaftspolitik in Europa stark, die deutlich besser abgestimmt ist. Man dürfe dabei aber nicht auf Sanktionen verzichten, sofern sich die beteiligten Staaten nicht an Verträge und Abmachungen halten würden. Er ist der Meinung, dass man ein Europa bräuchte, das mehr Zähne zeigt. Außerdem sollte künftig das Wachstum in Europa ausgeglichener sein. Wie es scheint liegt die Finanzkrise zwar hinter uns, jedoch verläuft die europäische Erholung noch sehr moderat.

(Quelle: Reuters)