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Chef der HSH Nordbank vor Untersuchungsausschuss

Chef der HSH Nordbank vor Untersuchungsausschuss

Dirk Jens Nonnenmacher, Chef der HSH Nordbank, ist vor dem Untersuchungsausschuss der Hamburgischen Bürgschaft als Zeuge vorgeladen. Man hofft mit dieser Vorladung herauszufinden, ob er mit seinen Aussagen Informationen weitergegeben werden, die aufklären, wer letztendlich für die milliardenschweren Verluste der Bank verantwortlich ist. Er ist zum Erscheinen vor dem Ausschuss verpflichtet. Es ist allerdings nicht bekannt, ob diese Anhörung öffentlich sein wird. Der Ausschuss müsste die Öffentlichkeit ausschließen, sobald Nonnemacher über Internas der Bank, Kundenbeziehungen oder Geschäfte im Detail berichtet. Außerdem ist es auch möglich, dass er die Aussage verweigert, denn selbst belasten muss er sich nicht, außerdem kann er sich darauf zurückziehen, dass staatsanwaltschaftliche Ermittlungen gegen ihn laufen. Es wurden vor kurzem von der Staatsanwaltschaft Ermittlungen gegen ihn eingeleitet. Ihm wird Untreue und der Verdacht auf Fälschung von Bilanzen zur Last gelegt.

Die Ermittlungen der Untersuchungsausschüsse in Kiel und Hamburg sind ins Stocken geraten. Die Bank stellt den Ausschüssen bislang nicht alle benötigten Unterlagen bereit. Das Hamburger Gremium hat ein Beschlagnahmungsverfahren einleiten wollen, dass amtsgerichtlich noch nicht entschieden ist. Das Kieler Gremium hat eine ähnlich lautende Androhung vorgebracht, allerdings hat die HSH Nordbank diese Frist fruchtlos ablaufen lassen. Für den 12. Februar werden vor dem Kieler Ausschuss die Aussagen der bei beiden Politiker der SPD, Lothar Hay und Ralf Stegner, erwartet. Sie saßen beide im Aufsichtsrat der Bank. Eine Vorladung für den März hat die SPD-Politikerin und Ministerpräsidentin von Schleswig-Holstein Heide Simonis.
(Quelle: Tagesspiegel)