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Bundesregierung: Blockadepolitik für sauberen Strom aus Norwegen

Bundesregierung: Blockadepolitik für sauberen Strom aus Norwegen

Mittlerweile gehen wieder Zehntausende wegen der Verlängerung von Laufzeiten der AKW auf die Straße, denn weder Sicherheit noch Entsorgung sind gelöst. Nur der Atomlobby wurde Rechnung getragen seitens der Bundesregierung.

In Norwegen gibt es keine Atomkraft und die Menschen haben trotzdem Strom. So ein Bericht von Report Mainz. Sogar die Heizungen werden mit Strom betrieben. Wie das geht? Dem ging Report nach:

Die einfache Antwort für die Stromenergie in Norwegen ist Wasserkraft durch seine Flüsse, Stauseen und Pumpspeicher. Der Strom in Norwegen besteht zu 98 Prozent aus Wasserkraft und diese Energie kann man auch exportieren, zum Beispiel nach Deutschland. Die Idee einer Kabelverlegung existiert seit 1992. Der „Spiegel“ schrieb damals bereits, sauberen norwegischen Billigstrom per Seeleitung zu importieren sei der Einstieg in den Ausstieg der Atomindustrie.

Hierzu H. Albers (Präsident des Bundesverbandes Windenergie): … „Die Bundesregierung besteht auf Laufzeitverlängerungen für Atomkraftwerke, weil sonst angeblich der Strom knapp würde, doch gleichzeitig vergibt sie die Chance auf billigen, sauberen Strom aus Norwegen.“

Report Mainz: Heute, 18 Jahre später, haben sich mehrere Unternehmen zusammengeschlossen, wollen gemeinsam ein Kabel nach Deutschland verlegen. 600 Kilometer durch die Nordsee. Die Leistung: 1.400 Megawatt. Genau soviel, wie das Kernkraftwerk Unterweser. Hier in seiner Nachbarschaft soll das Kabel ans deutsche Netz gehen. Der Name des Projekts: NorGer.

Da aber NorGer nicht unter die deutsche Kraft NAV fällt, könnte die Leitung einfach abgeklemmt werden. Zuständig dafür ist Rainer Brüderle (Bundeswirtschaftsminister). Er müsste dem Gesetz der Kraft NAV nur ein einziges Wort „Seekabel“ hinzufügen und dann könne der saubere billige Strom aus Norwegen geliefert werden. Das Wirtschaftsministerium sieht jedoch auf Anfrage keinen Änderungsbedarf .
Selbst das von der FDP in Niedersachsen geführte Umweltministerium will diese Änderung und hat Brüderle dazu aufgefordert. Keine Antworten auf dementsprechende Anfragen.

Dies war auch nicht anders zu erwarten, hat man gerade ja mit der Atomlobby Verträge ausgehandelt und Albers hierzu: „Die Bundesregierung besteht auf Laufzeitverlängerungen für Atomkraftwerke, weil sonst angeblich der Strom knapp würde, doch gleichzeitig vergibt sie die Chance auf billigen, sauberen Strom aus Norwegen.“