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Bundespräsident Wulff in Türkei: Zahme Rede – Kopftuchverbot im Parlament

Bundespräsident Wulff in Türkei: Zahme Rede – Kopftuchverbot im Parlament

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Anlässlich seiner Türkei-Reise hielt Bundespräsident Christian Wulff seine mit Spannung erwartete Rede in Ankara.

Zuvor hatte er bereits in einem Zeitungsinterview ein Loblied auf Mustafa Kemal Atatürk angestimmt. Er war der Vorkämpfer des Laizismus und der Gründer der säkularen Türkei. In der heutigen Zeit etwas eigenartig anmutend, wo gerade jetzt in der Türkei und bei deutschen Migranten eher wieder eine große Anlehnung an die Religion erfolgt.

Ist es eine Provokation oder einfach der Wandel der Zeit zurück zur Religion? Hayrünnisa Gül, die Ehefrau des türkischen Staatspräsidenten trägt ein Kopftuch auch bei der militärischen Ehrenformation. Man lese bitte richtig, wurde hierfür das Kopftuchverbot extra gelockert? Denn nach wie vor herrscht in der Türkei ein Kopftuchverbot zum Beispiel an Universitäten und auch im Parlament. Aus diesem Grunde war Gül auch nicht im Parlament, um die Rede des Präsidenten zu verfolgen. Sie hätte ihr Kopftuch abnehmen müssen, so will es der Brauch in der Türkei selbst.

Vielleicht sollte so manche der Türkinnen mit Kopftuch, die in Talkshows auftreten in Deutschland und dieses um jeden Preis verteidigen, auch daran einmal denken. In der Türkei, ihrem Ursprungsland wäre das so gar nicht möglich.

Die Rede Wulffs war freundlich, vielfältig, vielleicht etwas schnell vorgetragen und in der Türkei veränderte er seinen in Bremen zur Wiedervereinigung gesprochenen Satz insoweit als er hier jetzt formulierte, dass das Christentum zweifelsfrei zur Türkei gehöre. Er erwarte daher die gleichen Rechte für Christen in islamischen Ländern und plädierte für die Glaubensvielfalt.

Dabei vergaß er, dass es andere islamische Länder auch heute noch gibt, in denen Christen verfolgt werden. Aber es sollte wohl eine ruhige und besinnliche Rede werden und so kam sie auch an. Applaudiert wurde zwar, aber eine große Begeisterung war im Parlament wohl nicht zu spüren.