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Bundeskabinett: Neues Mandat in Afghanistan

Bundeskabinett: Neues Mandat in Afghanistan

Bild: ##http://www.flickr.com/photos/worldeconomicforum/2990431220/sizes/m/in/photostream/## World Economic Forum
Das neue Afghanistan-Mandat für die Bundeswehr steht. Das Kabinett hat es mit einem Abzugstermin „unter Vorbehalt“ beschlossen. „Soweit es die Lage erlaubt“ soll zum Ende des Jahres 2011 mit dem Abzug begonnen werden.

Verlängert wurde der Aufenthalt der deutschen Soldaten jetzt erst einmal für ein weiteres Jahr. Das heißt 12 Monate, in denen die deutschen Soldaten „für die Sicherheit Deutschlands“ in Afghanistan kämpfen sollen?

Heftige Kritik gibt es von der SPD und vom Bundeswehrverband, der sogar von einer Wahltaktik spricht. Laut Außenminister Guido Westerwelle (FDP) wird angestrebt, dass bis zum Jahr 2014 die letzten deutschen Kampftruppen Afghanistan verlassen können. Hier sei die Frage erlaubt, wie viele Eltern dann mittllerweile wieder um im „Krieg gefallene Soldaten“ trauern müssen in Deutschland.

Kurz gesagt, die schwarz-gelbe Koalition hält an einem weiteren jahrelangen Militäreinsatz in Afghanistan fest. Es täuscht den Bürger nicht darüber hinweg, dass mittlerweile in dieses vom Krieg gebeutelte Land der Verteidigungsminister mit Talk-Show-Ambiente fliegt, die Kanzlerin sich anschließend dort auch sehen lassen muss und zu guter Letzt natürlich der laute Außenminister, der in Deutschland zur Zeit selbst in der „Schusslinie“ seiner Partei steht. Da hilft vielleicht auch die schusssichere Weste aus Afghanistan?

Es täuscht auch nicht darüber hinweg, dass der afghanische Präsident Hamid Karzai selbst einem der vielen mächtigen undurchsichtigen Clans angehört, die unter anderem ihre Macht in Afghanistan sicherlich nicht abgeben werden. Mögen sich alle dort vertretenen Armeen auch noch so lange auf ihre Fahnen geschrieben haben, in Afghanistan ihre eigene und dann auch die der Afghanen am „Hindukusch verteidigen zu wollen“.