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Braucht Portugal schnell EU-Finanzhilfen?

Braucht Portugal schnell EU-Finanzhilfen?

Bild: ##http://www.flickr.com/photos/gustty/179955663/sizes/m/in/photostream/##Gustty
Portugal gehört zu den europäischen Staaten, die mit einem massiven Staatsdefizit zu kämpfen haben, sich aber noch dagegen verwehren Finanzhilfen von der EU in Anspruch zu nehmen. Wie es scheint wird die Regierung in Lissabon zusehends nervöser.

Fernando Teixeira, Finanzminister Portugals, hat signalisiert, dass sein Land Finanzhilfen der EU in Anspruch nehmen wolle. Kurz darauf hat er allerdings seine Aussage revidiert. Vielmehr hat er dann gegenüber der „Financial Times“ gesagt, dass es ein hohes Risiko geben würde, dass Portugal in Kürze nach den Mitteln des Euro-Rettungsschirms greifen könnte.

Man hätte aber keine Anfrage gestartet um solche Mittel in Anspruch nehmen zu können. Es zeichnet sich ein ähnliches Bild wie in Irland. Hilfe wird offensichtlich dringend benötigt, aber von allen Seiten ist zu vernehmen, dass man diese nicht beantragt. Teixeira betonte, dass es derzeit mit der EU keinen Kontakt aufgrund von möglichen Hilfen gäbe.

Portugal will sein Defizit über Sparmaßnahmen in den Griff bekommen und die Regierung in Lissabon betont immer wieder, dass der Sparhaushalt für 2011 ausreichend sei und kein Grund bestehen würde Finanzhilfen von der EU in Anspruch zu nehmen.

Auch hier spricht der Kapitalmarkt, wie auch in der Frage des irischen Schuldenproblems, eine andere Sprache. Die Zinsen für Staatsanleihen aus Portugal haben drastische Aufschläge erfahren. Diese liegen nicht mehr bei 4,37 Prozent sondern bei 6,16 Prozent, bei einer Laufzeit bis Oktober 2016. Die zehnjährige Staatsanleihe liegt jetzt sogar bei 6,81 Prozent.

Das Defizit Portugals hat im vergangenen Jahr bei 9,4 Prozent gelegen und befindet sich damit auf dem Niveau des griechischen Defizits. In diesem Jahr will die portugiesische Regierung das Defizit auf 7,3 Prozent drücken.