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Bloß nicht bloßstellen lassen: Bundesinnenminister im Körperscanner

Bloß nicht bloßstellen lassen: Bundesinnenminister im Körperscanner

Am Hamburger Flughafen hat der Innenminister einen Selbstversuch unternommen und den Körperscanner, im Volksmund Nacktscanner genannt, getestet.

Als sicher kann angenommen werden, dass er das schon vorher ausprobiert hat ehe heute die Presse knipsen und schauen durfte. Nackt sah man ihn nicht, aber hoffentlich bleibt er nicht in der Politik auch das Strichmännchen, das man dort dann sah.

Es wurde der Beweis erbracht, dass nichts enthüllt wird (wir meinen nicht die Politik!) beim Körperscanner, sondern lediglich kann man entdecken, an welcher Körperstelle sich verdächtige Gegenstände befinden könnten. Hoffentlich ist der Innenminister nicht gepierced?

Bei der Pressekonferenz, zu der de Maizière heute in Hamburg einlud waren alle erregten Debatten über das merkwürdige Gerät vergessen. Auch die Hinweise auf die Eingriffe in die Privatsphäre. Der Minister freute sich über die zufriedenen Mienen der anwesenden 50 Journalisten und meinte wörtlich: „Der Test mit diesem Gerät ist möglich geworden, weil wir sichergestellt haben, dass drei Grundvoraussetzungen erfüllt sind: Gesundheitliche Unbedenklichkeit, Wahrung der Persönlichkeitsrechte und ein Mehrwert für die Luftsicherheit“.

Auch wusste er jetzt eine Antwort auf die Frage nach dem Hersteller des Gerätes L3, der zugleich einer der größten US-Waffenproduzenten ist. (Wir berichteten darüber): „Es gibt eine rechtsverbindliche Erklärung des Produzenten und des österreichischen Lieferanten, dass sie keine Streubomben produzieren – damit ist das Thema für mich vom Tisch“. Die Passagiere auf dem Hamburger Flughafen können den Scanner freiwillig für sechs Monate testen.