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Bio-Sprit E10: Doch gefährlich – Autohersteller warnen viel zu spät

Bio-Sprit E10: Doch gefährlich – Autohersteller warnen viel zu spät

Bild: ##http://www.flickr.com/photos/wildhaber/4895036655/sizes/m/in/photostream/##raphael.wildhaber
Für den neuen Bioethanol-Sprit E10 wurde bisher immer wieder betont, er sei fast für alle Autos geeignet. Nun wird zurückgerudert, denn immerhin drei bis vier Millionen Fahrzeuge sollen dieses Gemisch nicht vertragen.

Es wird zugegeben, dass es sich um viel mehr Kraftfahrzeuge handeln könnte, die durch das Tanken Schaden nehmen könnten.

Die Verbraucher waren bei E10-Einführung sowieso schlauer als die Industrie und Politik. Sie verweigerten bislang kurzerhand das Tanken mit dem Bio-Sprit und stiegen lieber um auf das teure Super Plus-Benzin. Das verknappte sich durch das Käuferverhalten und manche Säulen wurden geschlossen.

Nun stellen die Hersteller sogar fest, dass häufigere Ölwechsel nötig werden könnten. Jetzt erst, nachdem das „Kind in den Sprit-Brunnen gefallen ist“, wollen BMW und Daimler Tests machen. Die hätten längst erfolgen müssen, bevor das versetzte Bio E10 auf den Markt kam. Laut Herstellern nehme durch den hohen Ethanolanteil die Wassermenge im Motor zu, so ein Sprecher, Thomas Bruner, von BMW in der „Welt am Sonntag“.

Mit dem Bio-Sprit sollte der Ausstoß des CO2 Klimagases verringert werden. Das dem nicht so ist, wird von Umweltschützern sowieso bezweifelt. Durch den vom Gesetzgeber gewollten gesteigerten Verbrauch könnten zahlreiche Agrarflächen nicht mehr für die Produktion von Nahrungsmitteln genutzt werden. Außerdem machen sich auf diesen Flächen wieder einmal die Großkonzerne breit, Riesengewinne erwartend. So werden den Bauern viele ihre heimischen Äcker für den künftigen Monoanbau genommen.

Nun hat das Verkehrsministerium, wenn auch fast schon zu spät, reagiert und will einen Benzingipfel einberufen, um das weitere Vorgehen aller Beteiligten zu besprechen. Die Informationsdefizite müssten erläutert und die Aufklärung des Verbrauchers durch die Mineralölwirtschaft verbessert werden, sagte Peter Ramsauer (CSU-Verkehrsminister).

Von der Mineralölwirtschaft, die sich wieder einmal Milliardengewinne versprach, werden die Vorwürfe über das neue Gemisch natürlich wie immer zurückgewiesen, sie sieht den Schwarzen Peter bei Informationslücken durch die Bundesregierung. Wie könnte es anders sein. Die Profitgier ist auch hier wieder einmal größer als berechtigte Aufklärung der Verbraucher.