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Berlin: Vermisste Jugendrichterin tot aufgefunden

Berlin: Vermisste Jugendrichterin tot aufgefunden

Bild:##http://www.flickr.com/photos/cijmyjune/167798272/sizes/m/in/photostream/## chaosinjune
Kirsten Heisig, die bekannte Jugendrichterin aus Berlin ist heute Mittag im Berliner Forst tot aufgefunden worden. Sie wurde seit Tagen vermisst.

Die Ermittler gehen von einem Freitod aus. Die Ergebnisse der Obduktion werden allerdings erst am späten Abend vorliegen.

Der „Berliner Kurier am Sonntag“ berichtet, dass sich die 48-Jährige erhängt habe. Dies konnte bislang nicht bestätigt werden. Heisig wurde wegen ihres engagierten Kampfes gegen Jugendkriminalität bekannt. Sie war für den Problemkiez Neukölln in Berlin zuständig und setzte sich für eine schnelle Verurteilung von jugendlichen Kriminellen ein, da normalerweise zwischen der Tat und der Verurteilung Monate liegen. Zudem wurde von ihr das berlinweit bekannte „Neuköllner Modell“ ins Leben gerufen.

Die Richterin glaubte fest daran, die Spirale von Gewalt, Respektlosigkeit und Verwahrlosung Jugendlicher stoppen zu können. Sie schrieb hierüber ein Buch mit dem Titel „Das Ende der Geduld“, das vermutlich im September erscheinen soll. Mit ihrer Popularität und dem Erfolg hatte sie allerdings Probleme. „Ich habe keine Freunde hinzugewonnen. Ich fühle mich oft als Exot wahrgenommen“, das waren ihre Worte in einer dpa-Reportage.

Bisher gibt es keine Anhaltspunkte für Hinweise auf eine Straftat noch private Gründe für ihr Verschwinden, so die ermittelnde Polizei.

Die 48-Jährige hinterlässt zwei halbwüchsige Mädchen im Alter von 13 und 15 Jahren. Allerdings wollte die Jugendrichterin in der Öffentlichkeit nicht über ihre Kinder sprechen.