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Beratungsprotokoll der Banken wird positiv aufgenommen

Beratungsprotokoll der Banken wird positiv aufgenommen

Das mittlerweile vorgeschriebene Beratungsprotokoll kommt bei Privatkunden der Banken einer Umfrage zufolge sehr gut an. Am Montag wurde eine Umfrage der TNS Infratest, die im Auftrag der DZ Bank erstellt wurde, veröffentlicht, der zufolge immerhin 75 Prozent der Befragten eine Dokumentation von Beratungsgesprächen als sinnvoll erachten.

Ein Drittel erklärte man würde sich mit dem Thema der Dokumentation sehr gut auskennen. Weitere 45 Prozent gaben an, dass sie schon einmal etwas darüber gehört, aber keine weiteren Informationen zu dem Thema hätten. Ein Viertel der Befragten konnte mit dem Thema überhaupt nichts anfangen.

Bisher haben jedoch erst elf Prozent der Befragten ein Kapitalanlagegespräch geführt, das protokolliert wurde. Insgesamt hat TNS Infratest Anfang Februar 1.100 Privatanleger in Deutschland befragt. Vor dem Hintergrund der Finanzkrise hatte die Bundesregierung die Rechte von Verbrauchern bei Kapitalanlagen gestärkt und per Gesetz eine Dokumentation der Anlagegespräche vorgeschrieben. Es müssen die genauen Kundenwünsche sowie die Risikoneigung des Kunden festgehalten werden. Den Anlegern, soll damit eine bessere Grundlage gegeben werden gerichtlich gegen Falschberatungen der Banken vorzugehen. Mit einem positiven Einfluss auf die Beratung, durch das Protokoll, rechnen nur etwa 50 Prozent der Befragten. Den meisten Investoren ist die rechtliche Absicherung gegenüber der Bank, der wichtigste Part.

Einer anderen Umfrage zufolge, die von Steria Mummert ebenfalls Anfang Februar durchgeführt wurde, klappt die Protokollierung noch nicht so gut. Das Ergebnis aus dieser Studie war, dass noch starker Verbesserungsbedarf im Umgang mit der Dokumentation bestünde. Im Zuge dessen wurde die Verbraucherzentrale NRW laut, die sagte, dass es großen Nachholbedarf bei der Verbraucherfreundlichkeit der Protokolle gäbe.

Edit: In der Versicherungsbranche gibt es seit Beginn 2009 eine Dokumentationspflicht, die von den Kunden zwar angenommen und akzeptiert wird, aber für viele unverständlich ist. Hier liegt oftmals der Verdacht nahe, dass sich vielmehr die Berater und Gesellschaften vor etwaigen Kundenklagen absichern als umgekehrt. Ähnliches steht bei den Protokollen von Anlagegesprächen bei den Banken  zu befürchten. Die Dokumentation wird im Zweifelsfall vor Gericht eingesetzt. Diese wird rechtlich von den Banken so formuliert sein, das sie sicherlich nicht unbedingt zum Erfolg des Kunden vor Gericht beitragen wird.

(Quelle: Cash.)