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Beitragsexplosionen bei privaten Krankenkassen – Rentner kommen in Notlage

Beitragsexplosionen bei privaten Krankenkassen – Rentner kommen in Notlage

Bild:##http://www.flickr.com/photos/frollein2007/4012267296/sizes/m/## frollein2007
In der letzten Sendung des ARD-Magazins Plusminus wurden die Preissteigerungen der privaten Krankenkassen unter die Lupe genommen.

Das Gesundheitssystem in der Bundesrepublik ist in eine kräftige Schieflage geraten. Den gesetzlichen Krankenkassen fehlen 11 Milliarden Euro. Jetzt will man die Pharmaindustrie, Ärzte und Apotheken in den anfallenden Kosten deckeln.

Auch die privaten Kassen (PKV) wollen an dieser Deckelung beteiligt werden, denn die Lage sieht bei ihnen mittlerweile auch nicht besser aus. Hier müssen die Versicherten allerdings selbst höhere Beiträge zahlen, denn der Steuerzahler springt nicht ein wie bei den gesetzlichen Krankenkassen.

Am Fallbeispiel eines Rentners, der 1.300 Euro Rente bezieht und 1963 bereits eine private Krankenversicherung für 16,50 Deutsche Mark abgeschlossen hatte und heute 410 Euro zahlen muss, wird deutlich, dass hier eine Steigerung um das 49-fache erfolgt ist. Sein Selbstbehalt kletterte in dieser Zeit um das 18-fache. Dadurch komme er mittlerweile mit fast der Hälfte seiner Rente für die derzeitige Krankenversicherung auf, wenn er das zu seiner Monatsrate Versicherungsprämie hinzurechne.

Zum Vergleich: Der Verbraucherpreisindex ist laut statistischem Bundesamt in diesem Zeitraum gerade mal um das 3,18-fache gestiegen, Ärzteeinkommen um das 5,48-fache, der Höchstbeitrag der gesetzlichen Krankenkasse um das 8,82-fache. Die PKV begründet das mit den überdurchschnittlichen Leistungen für ihre Versicherten. Will und kann man von einer schmalen Rente die hohen Beiträge nicht bezahlen, so muss man unweigerlich auf bisherige wichtige Leistungen verzichten für die ein Rentner, wie hier im Beispiel, sein ganzes Leben (47) Jahre eingezahlt hat.

Für viele Rentner in der PKV sieht es düster aus für die Zukunft.