close
Banken wollen Altersvorsorge zur Pflicht machen

Banken wollen Altersvorsorge zur Pflicht machen

Geht es nach dem Bundesverband deutscher Banken (BdB), dann werden künftig Selbstständige und Arbeitnehmer dazu gezwungen mehr Geld in die Rentenabsicherung zu investieren. Damit will man der drohenden Altersarmut entgegenwirken. Am Mittwoch hat der BdB in Berlin hierzu einen Ideenkatalog präsentiert. Eine Umsetzung per Gesetz auf Regierungsebene ist allerdings fragwürdig.

Der BdB schlägt bei Betriebsrenten das Opting-Out-Modell vor, nachdem es automatisch zu einer Betriebsrente für den Arbeitnehmer kommt, sobald dieser einen Arbeitsvertrag unterschreibt. Wer die betriebliche Altersvorsorge dennoch nicht möchte, der kann auf Wunsch austreten. Der Bankenverband hat seine zweite Anregung „intelligente Dynamik“ getauft. Hierbei soll es Arbeitnehmern möglich sein, auf freiwilliger Basis, bis zum Erreichen des Steuerhöchstsatzes, Teile einer gewährten Gehaltserhöhung in die Altersvorsorge zu investieren. Bei Selbstständigen, die keinem beruflichen Versorgungswerk angehören will der BdB eine Zwangsversicherung zur Altersvorsorge.

Hintergrund ist laut Bankenverband, die dramatisch ansteigende Zahl von Personen, die eklatante Versorgungslücken im Rentenalter haben werden. Dazu zählen hauptsächlich Selbstständige, die unter dem Durchschnittseinkommen liegen oder Personen mit Niedriglöhnen. Sicherlich ist einer der Hintergründe, die hier vermutet werden, dass ein solches gesetzt den Verkauf von Altersvorsorgeprodukten bei den Banken ankurbeln würde.
(Quelle: Süddeutsche)