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Bahnprojekt Stuttgart 21- Schlichterspruch Geißlers: Weiterbau

Bahnprojekt Stuttgart 21- Schlichterspruch Geißlers: Weiterbau

Bild: ##http://www.flickr.com/photos/71309263@N00/5049364872/sizes/m/in/photostream/##Assi_
Jetzt ist das wochenlange Hin und Her erst einmal beendet. Heiner Geißler, der Schlichterdes Bahnprojekts Stuttgart 21 hat seinen Spruch verkündet: Es soll weitergebaut werden, es müsse ein Stuttgart 21 plus geben. Was heißt das?

Beim Verkünden des Schlichterspruchs sagte Heiner Geißler wörtlich: „Ich halte die Entscheidung, Stuttgart 21 fortzuführen, für richtig.“ Als Hauptargument führte er die Ausstiegskosten an, wenn es einen Baustopp geben würde. Die Deutsche Bahn hatte bereits mit Klagen gedroht. Weiter hält Geißler die Kosten eines Ausstiegs, also die weiteren Kosten für einen Kopfbahnhof für unkalkulierbar.

Allerdings wurde vom Schlichter auch heftige Kritik an der Bahn geübt, sie habe eine Kombilösung des Jahres 1996 vernachlässigt. Daher sei heute ein Kompromiss nicht mehr möglich. Auch eine Bürgerbefragung sei nicht mehr möglich. Ein Bürgerentscheid unzulässig. Ebenfalls wurden von Geißler Zweifel laut an den Berechnungen der Bahn zur Zeitersparnis auf der Strecke Stuttgart-Ulm.

Jetzt werden sich erst einmal die Beteiligten an der Stiftung „Lebendige Stadt“ (ECE-Gründung) die Hände reiben. Sah man während aller Live-Übertragungen der Schlichtung ja bereits schon immer Volker Kefer, Bahn-Vorstandsmitglied mit seinem süffisanten Dauergrinsen sich ständig die Hände reiben. Auch die Verkehrsministerin Görner wird heute Abend wohl sicherlich mit allen Kollegen eine Champagner-Flasche öffnen und jubeln. Sie werden sicherlich nicht nur über ihren Sieg anstoßen, es geht um Geld, viel Geld, und die Gewinner werden über die ECE-Gründung wohl schon profitieren vom Bahnbau. Nicht nur politisch!

Auf der Strecke bleiben im wahrsten Sinne des Wortes die Gegner, die unter anderem viel zu spät in die Planungen mit einbezogen wurden. Es wurden ja sogar wichtige Dokumente verheimlicht.

Wie es jetzt weitergeht, weiß keiner wohl so recht. Allerdings ist zu hoffen, dass das Bürgerengagement trotzdem sinnvoll weitergeführt wird, um den mitttlerweile hoffentlich bekannten Lobby-Interessen künftig auch weiterhin kräftig entgegenzutreten.

Eine große Chance bieten noch die Wahlen im kommenden März in Stuttgart. Die Hoffnung stirbt zuletzt.