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Ausnahmezustand in Tunesien: Präsident Ben Ali geflohen

Ausnahmezustand in Tunesien: Präsident Ben Ali geflohen

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Tunesiens Präsident Zine al Abidine Ben Ali hat aufgegeben. Nach blutigen heftigen Massenprotesten in Tunesien verließ er heimlich fluchtartig das eigene Land. Mehrere Gebäude stehen zur Zeit in Flammen, die Unruhen gehen weiter.

Ministerpräsident Mohammed Ghannouchi kündigte jetzt im staatlichen Fernsehen offiziell an, die Amtsgeschäfte vorübergehend zu übernehmen mit den Worten, dass dazu Präsident Ben Ali „vorübergehend nicht in der Lage sei“. Daher übernehme er vorübergehend die Funktion des Präsidenten.

Präsident Ben Ali wollte wohl in Frankreich Asyl suchen, allerdings hörte man aus französischen Regierungskreisen, dass der gestürzte Präsident in Frankreich nicht erwünscht sei, Präsident Sarkozy habe ihm die Einreise verweigert. Ben Ali könnte wohl in Saudi-Arabien zur Zeit Zuflucht gefunden haben. Die dortigen staatlichen Nachrichtenagenturen meldeten, dass das Königreich die Ankunft des Präsidenten Ben Ali und seiner Frau begrüßen würden. Er sei in Dschidda gelandet.

Deutsche Reisebüros haben mittlerweile ihre Flüge nach Tunesien gestoppt. Die ersten Deutschen wurden bereits wieder zurückgeflogen in ihrer Heimat, obwohl der Luftraum über Tunesien gesperrt war. Der Reiseanbieter LuxAir teilt mit, dass erste Flüge am Samstag wieder möglich würden seiner Meinung nach. Es werde mit nur zeitweiligen Sperrungen im Luftraum gerechnet.

Auch TUI beschloss, keine Reisen nach Tunesien mehr bis Montag anzubieten. Die sich in dem Land befindlichen Reisenden würden so schnell es ginge nach Deutschland zurückgeflogen. Das Auswärtige Amt rät weiterhin ab von nicht unbedingt erforderlichen Reisen und gab eine Empfehlung, in den Hotels zu bleiben, dort sei es augenblicklich am sichersten.