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Arbeitsmarktstudie: Spaltet Leiharbeit die Erwerbstätigen?

Arbeitsmarktstudie: Spaltet Leiharbeit die Erwerbstätigen?

Bild: ##http://www.flickr.com/photos/48625620@N00/4930627055/sizes/m/in/photostream/##chuckoutrearseats
Man wusste es schon lange: Die Arbeitslosenzahlen sinken, sogar von Vollbeschäftigung ist vollmundig die Rede, aber die Leiharbeit und prekäre Arbeitsverhältnisse spielen dabei eine große Rolle.

Das IAB (Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung) warnt jetzt in einer Studie vor der zunehmenden Spaltung des Arbeitsmarktes. Joachim Möller (IAB-Chef stellt fest, dass es an den Rändern bröckelt. Er warnt vor zunehmendem Fachkräftemangel bei gleichzeitiger Ausweitung instabiler Beschäftigungsverhältnisse.

Die Studie stellt fest, dass die Zahl der befristeten Stellen in der Leiharbeit ständig zunehme. Fast jede zweite Neueinstellung sei mittlerweile befristet. Vor zehn Jahren war das nur jede dritte Stelle. Dies führe zu einer möglichen Spaltung in der Arbeitswelt. Leiharbeiter mit befristeter Arbeit fühlen sich von der Gesellschaft ausgeschlossen und schlechter integriert, ihre Zahl steige ständig an. Die Arbeitnehmer fühlten sich zunehmend psychisch und physisch angeschlagen.

Die Zahl der Zeitarbeiter hat sich laut IAB seit 2004 mehr als verfünffacht auf fast eine Million. Sie verdienen im Schnitt 20 Prozent weniger und sind kürzer als drei Monate im Einsatz. Das oft zitierte Argument, dass Leiharbeit eine Brücke in den regulären Arbeitsmarkt bilde, sehen die Experten praktisch nur als Ausnahme. Nur jeder zehnte Leiharbeiter würde davon profitieren.