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Arbeitgeberpräsident Hundt: Euphorie über Aufschwung – Gewinne rauf und Löhne runter?

Arbeitgeberpräsident Hundt: Euphorie über Aufschwung – Gewinne rauf und Löhne runter?

Bild: ##http://www.flickr.com/photos/lunex/2995966528/sizes/m/in/photostream/## LuNeX
BDI-Chef prognostiziert starken Wirtschaftsaufschwung – wünscht keine Lohnerhöhungen.

Da haben wir es wieder einmal. Die Wirtschaft boomt, die Arbeitslosenzahlen gehen zurück und was machen die Arbeitgeber?

Sie sind sogar mittlerweile in ihren Prognosen sehr euphorisch. Dieter Hundt (Bundesverband der Deutschen Industrie e.V.) erlebt einen überraschend starken Aufschwung, es boome in vielen Branchen und ein Wirtschaftswachstum von 2,5 Prozent sei in diesem Jahr möglich.

Allerdings weist Hundt sofort Forderungen nach Lohnerhöhungen strikt zurück: . „Ich warne vor einer Diskussion über Lohnerhöhungen zur Unzeit. Im Moment muss alles verhindert werden, was den Aufschwung bremst. Es dürfen keine zusätzlichen Kosten auf die Unternehmen zukommen – weder durch höhere Steuern und Abgaben noch durch unangemessene Lohnerhöhungen.“

Immer wieder und immer öfter erleben es so die Arbeitnehmer, dass sie in diesem Staat trotz Wirtschaftsaufschwungs und zu erwartender Gewinne in der Industrie an den Rand gedrängt werden. Sie werden keinesfalls mehr als gleichwertige Partner in den Tarifpartnerschaften gesehen. Eigentlich sind sie nur noch ein Potenzial, das man braucht, um seine Gewinne möglichst billig noch höher zu schrauben.

Hundt lobt die schwarz-gelbe Koalition und die Konsolidierung des Bundeshaushaltes. Hier soll daran erinnert werden, dass die Bundestagsabgeordneten jetzt eine Forderung von 500 Euro für ihre Diätenerhöhungen auf den Tisch gelegt haben. Wo spart die Bundesregierung denn wirklich?

Die Antwort: Unschwer zu erkennen wo, wenn man sich einmal in den Städten an den gespendeten Essenstafeln, bei Niedriglöhnern, Aufstockern, Hartz IV-Empfängern, Kranken und älteren Menschen umschaut. Das ist nur eine kleine Auswahl, Herr Hundt!