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AOK rechnet mit Beitragserhöhung – Melkkuh Versicherter

AOK rechnet mit Beitragserhöhung – Melkkuh Versicherter

Eine neue Beitragserhöhung ist bei den Krankenkassen nicht mehr zu vermeiden, so Herbert Reichelt, Chef des Bundesverbands der AOK. Im kommenden Jahr soll es bei den Krankenkassen zum Rekordminus kommen. Ganze elf Milliarden Euro Defizit werden bei den Krankenkassen im nächsten Jahr erwartet.

Aufgrund des großen Defizits müsse der Beitrag im kommenden Jahr mindestens um 0,6 Prozentpunkte angehoben werden. Das bedeutet für die Krankenkassen ein Plus von sechs Milliarden Euro.

Der Wirtschaftsaufschwung sei bei den Krankenkassen noch nicht angekommen. Dieser wirkt sich für gewöhnlich mit etwas Verzögerung aus. Zunächst müssen die Löhne und Gehälter steigen, dann würde sich dies auch bei den Beiträgen bemerkbar machen.

Ab dem 1. Januar müssten die Krankenkassen den erhöhten Beitrag einnehmen. Aus Sicht von Reichelt ist eine Erhöhung der Beiträge unumgänglich. Bislang ist auch keine Alternative in Sicht. Weder wird bei den Krankenkassen in der Verwaltung gespart, im Gegenteil das Führungspersonal erhöht sich lieber das eigene Einkommen, noch wird bei der Kostensteuerung konsequent angesetzt.

Einzig werden Zusatzbeiträge ins Feld geführt, was allerdings einer Beitragserhöhung gleich kommt. Hilfreich wäre hier sicherlich die Öffnung des Markts. Sobald in diesem Bereich ein tatsächlicher Wettbewerb entstünde würde der Markt selbst die Preise regeln und wenig lukrativ arbeitende Krankenkassen würden von alleine verschwinden.