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Anne Will und die Hartz-IV-Diskussion – Von Worthülsen und Populismus

Anne Will und die Hartz-IV-Diskussion – Von Worthülsen und Populismus

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Die Hartz-IV-Diskussion ist am Sonntagabend auch bei Anne Will angekommen. In ihrer Fernsehsendung haben sich einmal mehr die politischen Populisten ein Stelldichein für Deutschlands GEZ-Publikum gegeben. Mit von der Partie waren Bundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen, Linkspartei-Chef Klaus Ernst, der Kölner Pfarrer Franz Meurer, der Journalist und Buchautor, Jan Fleischhauer sowie Ex-BDI-Chef Michael Rogowski.

Gleich zu Beginn der Sendung versuchte Anne Will aufzulockern und stellte Fleischhauer die pikante Frage, wann er denn zuletzt fünf Euro ausgegeben habe. Dieser antwortete: Gestern Abend für einen Wein. Auf Nachfrage von Will erfuhr der Zuschauer, dass es sich nicht um eine Flasche, sondern nur um ein Glas Wein gehandelt habe, denn Fleischhauer würde schließlich keinen Fusel trinken.

Das Thema der Sendung „Die Hartz-Gesellschaft – Ist Nehmen seliger denn Geben?“ wurde dann auch sofort angegangen. Besonderen Redebedarf schien am Sonntagabend die Arbeitsministerin zu haben, die wie eine trächtige Tigerin immer wieder die Erhöhung der Hartz-IV-Regelsätze von fünf Euro verteidigte.

Angegangen wurde sie ohnehin fast ausschließlich von Klaus Ernst. Dieser klagte an, dass die Erhöhung verfassungswidrig und der Supergau für die Sozialpolitik in Deutschland sei. Ein wirkliches Konzept konnte er, wie will man es von einem Linkspartei-Politiker auch anders erwarten, nicht präsentieren. Die anderen Gesprächsteilnehmer waren eher handzahm und haben größtenteils in das Horn von Frau von der Leyen geblasen.

Ursula von der Leyen wurde nicht müde immer wieder darauf zu verweisen, dass die angestrebte Neuregelung keinesfalls als Erhöhung gedacht war, lediglich sollte die Bundesregierung ja nur fair überprüfen, inwiefern die Regelsätze anzupassen sind. Sie hob besonders hervor, dass es künftig Essensmarken, einen Mineralwasserzuschuss und den Zugang für Kinder in Vereine geben wird. Ernst konterte immer wieder, dass kein menschenwürdiges Leben mit dem angestrebten Hartz-IV-Regelsatz möglich sei.

Die anderen Gesprächsteilnehmer wurden zwar immer mal wieder von Moderatorin Anne Will in das Gespräch einbezogen konnten der Diskussion aber nicht die entscheidenden Impulse verleihen. Fleischhauer hat zumindest noch eine gewagte These in den Raum gestellt als er verkündete, dass alle Teilnehmer der abendlichen Diskussionsrunde bei Anne Will doch mehr Geld verdienen würden als 98 Prozent der Deutschen.

Letztendlich war einmal mehr zu sehen, dass die Diskussion, sofern man die Essenz der Sendung als solche bezeichnen kann, wieder wie so oft etwas am Thema vorbeiging und keine neuen Erkenntnisse gewonnen werden konnten. Wiederum hat die ARD gezeigt, dass es wichtig ist, große Namen bei Anne Will auftreten zu lassen, um die Einschaltquote in die richtige Höhe zu bringen, der Mehrwert solcher Sendungen darf stark bezweifelt werden.