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An der Börse wird gezwitschert…

An der Börse wird gezwitschert…

17. November 2013

Es sind nicht länger mehr die großen Banken und Konzerne, die an der Börse notiert sind, auch die sozialen Netzwerke sind heute auf dem Börsenparkett zu finden. Nach Facebook hat jetzt auch der Nachrichtendienst Twitter den Gang an die Börse gewagt, und wie es momentan aussieht, kann sich Twitter auch behaupten. Offenbar war der Start von Twitter besser als der von Facebook 2012, auf jeden Fall steht fest, dass Twitter aus den Fehlern von Facebook gelernt hat.

Ein rasanter Start

Viele, die gerne twittern, werden sich jetzt vielleicht überlegen, ob sie sich nicht auch Aktien des Unternehmens zulegen, denn die Aktie ist gleich am ersten Tag um satte 80% in die Höhe geschossen. Für einen Ausgabepreis von 26,- Dollar wurden 70 Millionen Aktien angeboten, und es dauerte nicht allzu lange, da lag der Preis schon bei 45,10 Dollar und erreichte zeitweise sogar einen Spitzenwert von 50,- Dollar. Jetzt könnte man natürlich meinen, dass neue Besen bekanntlich immer gut kehren, und da Twitter global ein Thema ist und mittlerweile 230 Millionen Nutzer hat, sollte es leicht fallen, die Aktie an den Börsianer zu bringen, aber die Nachfrage der Investoren war zwischenzeitlich so hoch, dass die Twitter Aktie um das 30-fache überzeichnet wurde. Das Geschäft mit Twitter lohnt sich also, denn die Einnahmen aus dem Börsengang belaufen sich momentan auf 1,3 Milliarden Euro. Wenn man dann noch die extra ausgegebenen Aktien dazu rechnet, die aufgrund der großen Nachfrage dazu kamen, dann sind es sogar 2,1 Milliarden Dollar. Alles in allem kann sich Twitter mehr als freuen, zumal wenn man bedenkt, dass Twitter mit seinen gerade mal sieben Jahren ein noch junges Unternehmen ist, das dazu auch noch Verluste schreibt.

Aus Fehlern gelernt

Viele Anleger, die sich eigentlich viel vom Börsengang des größten sozialen Netzwerks versprochen haben, hat der schnelle Absturz der Facebook Aktie verschreckt. Auch Twitter hat den Börsengang von Facebook beobachtet und aus den Fehlern gelernt. Statt wie Facebook an der Technologiebörse Nasdaq zu starten, wählte Twitter die traditionelle New Yorker Stock Exchange aus. Anders als Facebook will Twitter auch viele private Anleger anlocken, und setzt nicht nur auf die großen Investoren. Was Twitter jetzt noch braucht, ist ein bisschen Glück und noch mehr Werbekunden, denn bis jetzt stehen den Gewinnen von 422 Millionen Dollar Verluste von 134 Millionen Dollar gegenüber, und das soll sich schnellstens ändern. Twitter sieht die viel zu hohen Verluste in den großen Investitionen in die Technik des Unternehmens. Wenn es gelingt, die Kosten zu senken und noch mehr Kunden zu bekommen, die auf Twitter werben wollen, dann könnte das Unternehmen bald sehr profitabel dastehen. Auch wenn der Facebook Börsengang kein Riesenerfolg war, heute arbeitet das soziale Netzwerk mehr als nur profitabel.

Fazit

Twitter hat den richtigen Zeitpunkt für seinen Börsengang gewählt, denn die EZB hat mal wieder den Leitzins gesenkt. Das heißt, wer sein Geld spart, der bekommt so gut wie nichts mehr dafür. Jetzt boomt die Börse, und mit ihr auch Twitter.