close
AKW-Laufzeiten: Koalition hat Einigung erzielt – Bis zu 18 Jahre länger am Netz

AKW-Laufzeiten: Koalition hat Einigung erzielt – Bis zu 18 Jahre länger am Netz

Das Ringen um längere Laufzeiten der Atomkraftwerke in Deutschland scheint ein Ende zu haben. Am Sonntag hat sich die Koalition darauf geeinigt, dass die Kernkraftwerke bis zu 18 Jahre länger am Netz bleiben dürfen. Damit hat die Koalition den Ausstieg vom Ausstieg beschlossen.

Im Schnitt sollen die Meiler zwölf Jahre länger am Netz bleiben. Dabei hat sich die Koalition auf eine Teilung der Reaktoren nach Alter verständigt. Kernkraftwerke, die nach 1980 gebaut wurden dürfen 14 Jahre länger Strom liefern, Meiler, die älter sind nur noch acht Jahre.

Außerdem hat man sich darauf verständigt, dass die Energieversoger RWE, E.on, EnBW und Vattenfall eine Sonderabgabe für erneuerbare Energien zahlen sollen. Pro Megawattstunde Atomstrom werden von den Konzernen neun Euro verlangt.

Ob die neue Regelung tatsächlich Bestand haben wird ist fraglich, denn die SPD hat bereits angekündigt, dass sie bei einem Regierungswechsel jede Regelung zur Laufzeitverlängerung der Atomkraftwerke per Gesetz rückgängig machen werde. Was sollte die SPD auch anderes verkünden, schließlich hatte man selbst im Jahr 2000 das Ende der Atommeiler besiegelt. Allerdings ist es dieser Tage noch viel zu früh um Wahlkampf zu machen. Des Wählers Erinnerung reicht in aller Regel keine Jahre zurück, so dass die SPD gut beraten wäre, das Thema im nächsten Wahlkampf wieder auf die Tagesordnung zu holen, will man in diesem Bereich punkten.

Letztendlich steht die Frage im Raum inwieweit die regierende Kaste in Berlin über die Sicherheit der Alt-Meiler nachgedacht hat. Im Vordergrund standen hier wohl hauptsächlich monetäre Ziele.