close
AIG: Erneute Milliardenverluste – steht der Konzern vor dem Aus?

AIG: Erneute Milliardenverluste – steht der Konzern vor dem Aus?

AIG hat am Freitag erneut eine Warnung herausgegeben, dass man weitere Staatshilfen benötigen würde. Brisant ist, dass der US-amerikanische Versicherungsriese bereits während der Finanz- und Wirtschaftskrise 182 Milliarden Dollar an staatlichen Hilfen von der US-amerikanischen Regierung erhalten hatte. Diese Nachricht führte an der Börse zu herben Kursverlusten. Der Aktienwert von AIG brach um fast sieben Prozent ein.

Die US-Börsenaufsicht SEC hat eine Mitteilung erhalten der zufolge starke Zweifel an einem Fortbestand des Konzerns bestehen, wenn dieser keine neuen Hilfen erhält. Das Unternehmen sei aber mit genügend Liquidität ausgestattet, damit man die kommenden zwölf Monate finanziell überstehen kann. Die AIG war in Vergangenheit der größte Versicherungskonzern weltweit und stand in großer Konkurrenz zu den europäischen Versicherern Allianz und Axa. Durch die während der Finanz- und Wirtschaftskrise in Anspruch genommenen Rettungspakete ist das Unternehmen mittlerweile zu 80 Prozent verstaatlicht.

Das Versicherungsunternehmen schloss das vierte Quartal 2009 tief in den roten Zahlen ab. Der Verlust betrug -8,9 Milliarden Dollar (ungefähr 6,55 Milliarden Euro). Der Verlust sei durch Sondereffekte zustande gekommen, darunter fielen beispielsweise Abschreibungen, zusätzliche Mittel für höhere Reserven und Rückzahlungen an die Notenbank von New York. Die Analysten waren zunächst von einem niedrigerem Verlust ausgegangen.

Robert Benmosche, Chef von AIG, plant den Konzern massiv zu verkleinern. Unzählige Geschäftsbereiche sind bereits verkauft oder sollen noch abgestoßen werden. Beispielsweise hat man vor das Lebensversicherungsgeschäft in Asien an die Börse zu bringen. AIG plant künftig weltweit nur noch die Schaden/Unfallversicherung und das Geschäft mit US-amerikanischen Lebensversicherungen zu betreiben.

Der Konzern hatte im vierten Quartal 2008 den größten Verlust der Geschichte mit 62 Milliarden Dollar hinnehmen müssen. Insgesamt wurde 2008 ein Minus von 100 Milliarden Dollar eingefahren. Das zweite Quartal 2009 war für AIG positiv, man konnte wieder Gewinne notieren und seitdem von der Erholung der Börsen profitieren.

(Quelle: Reuters)