close
Ägypten: Heute Tag des Zorns angekündigt

Ägypten: Heute Tag des Zorns angekündigt

Bild: ##http://www.flickr.com/photos/takver/5415825298/sizes/m/in/photostream/##Takver
Die Rede des scheidenden ägyptischen Präsidenten Hosni Mubarak hat am Donnerstagabend die ägyptische Bevölkerung erzürnt. Die Masse hatte ihre Schuhe in die Höhe gestreckt, was in der arabischen Welt als Zeichen höchster Verachtung gilt.

Für den Freitag sind weitere Proteste gegen Mubarak angekündigt. Die Gegner Mubaraks sprechen dabei vom Tag des Zorns in Kairo. Am Freitag will man sich wieder auf dem Tahrir-Platz in Kairo treffen, um gegen Mubarak und sein Regime lautstark zu protestieren.

Unklar ist dabei die Position des ägyptischen Militärs. Wird es sich auf die Seite der Demonstranten schlagen und tatkräftig dabei helfen, das Mubarak-Regime zu stürzen oder wird es hinter seinem Präsidenten stehen. Experten befürchten, dass es heute zu einem Blutbad auf dem Tarhrir-Platz kommen könnte, wenn das Militär weiterhin hinter dem ägyptischen Präsidenten steht. Unterdessen haben 6.000 Techniker und Arbeiter, die am Suez-Kanal beschäftigt sind, ihre Arbeit niedergelegt. Für die westliche Welt ein Alarmzeichen, denn der reibungslose Schiffsverkehr am Nadelöhr Suez-Kanal gilt als Achillesverse was die Lieferung mit Öl aus dem mittleren Osten angeht.

Wann Mubarak tatsächlich abdankt ist fraglich. Am Donnerstag wurde in einigen Medien vorschnell gemeldet, dass er alle Amtsgeschäfte niedergelegt habe. Allerdings hat es sich hierbei um eine Fehlinformation gehandelt. Mubarak hat lediglich ein paar seiner Aufgaben an den Vizepräsidenten Omar Suleiman abgegeben.

Fraglich ist auch, wie sich die Situation in Ägypten auf die Beziehungen zu Israel auswirken wird. Mit Israel hat Ägypten lediglich einen Burgfrieden geschlossen, der die letzten Jahrzehnte für Waffenruhe sorgte. Ein so genannter nicht fixierter Nicht-Angriffspakt. Ägypten gilt als wichtigster Staat in den Beziehungen der arabischen Welt zu Israel. Ob die anstehenden politischen Änderungen in Ägypten zur Verschlechterung der Beziehungen zu Israel beitragen werden ist derzeit nicht absehbar.