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60. Jahrestag der BdV-Charta und dumpfe Stammtischsprüche von Erika Steinbach

60. Jahrestag der BdV-Charta und dumpfe Stammtischsprüche von Erika Steinbach

Bild: ##http://www.flickr.com/photos/rainerebert/2338715313/sizes/m/in/photostream/## Rainer Ebert
Die BdV-Chefin Erika Steinbach wird heftig von Historikern kritisiert wegen Äußerungen über KZ-Häftlinge anläßlich des 60. Jahrestage der Bund der Vertriebenen-Charta

Anscheinend hat die Chefin des Bundes der Vertriebenen aber auch gar nichts dazugelernt. Ihre Äußerungen im Deutschlandfunk: „1950 – der Krieg war schon fünf Jahre zu Ende. Den Westdeutschen und denen in Mitteldeutschland ging es schon wesentlich besser, aber die Vertriebenen waren die Entwurzelten. (…) Die, die Verfolgte gewesen sind im Nationalsozialismus, die waren in dieser Situation dann auch materiell besser dran als die Vertriebenen.“

Da kann es einem wirklich – wie der Historiker Peter Steinbach (wissenschaftlicher Leiter der Gedenkstätte Deutscher Widerstand) wörtlich sagt „eiskalt den Rücken herunterlaufen“. Steinbach behauptet, dass es entlassenen KZ-Häftlingen in der Nachkriegszeit materiell besser gegangen sei als Vertrieben.
Das ist skandalös und nicht tragbar. Der Bund der Vertriebenen stellt sich mit Erika Steinbach und ihren dumpfen Stammtischäußerungen in die Ecke der extrem Rechten und hat tatsächlich überhaupt nichts dazu gelernt.

Wolfgang Benz vom Berliner Zentrum von Antisemitismusforschung: . „Man kann doch nicht so tun, als ob damals den politisch Verfolgten riesige Paläste errichtet worden seien.“ Benz weiter: „Das war 1950 schon Unsinn. Und heute ist es noch ärgerer Unsinn. So was hat man sich damals zugeraunt, das waren Vorurteile, das gehörte zu einem neuen Antisemitismus.“

Steinbach wies die Kritik zurück. Eigentlich bleibt nur eines zum Schluss, sie sollte um ihren Rücktritt bitten und sich in dieser abfälligen Art und Weise über ehemalige KZ-Häftlinge nicht mehr in der Öffentlichkeit äußern dürfen.