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Steuern: Besonders Geringverdiener mit Kindern müssen bluten

Steuern: Besonders Geringverdiener mit Kindern müssen bluten

Im Jahr 2009 ist die Steuerlast insgesamt gesunken. Die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) hat am Dienstag eine Studie veröffentlicht, aus der diese Feststellung hervorgeht. Vorrangig ist dies in dem etwas erhöhten Grundfreibetrag der Einkommenssteuer und des höheren Kindergeldes zu sehen.

Die durchschnittliche Steuerlast liegt unter der des Jahres 2000, dabei sind die Einkommen um 20 Prozent angestiegen. Allerdings ist die Verteilung der Steuerbelastung nicht gerecht. Besonders werden Arbeitnehmer zur Kasse gebeten. Im europäischen Vergleich liegen hier nur noch Belgien und Ungarn vor Deutschland.

Dabei ist die OECD vom Bruttoverdienst addiert mit den Sozialbeiträgen ausgegangen. Insbesondere haben in Deutschland Alleinerziehende mit geringem Lohn unter der Abgabenlast zu leiden. Im internationalen Vergleich sind die Abgaben und Steuern auf das Einkommen bei dieser Personengruppe vergleichsweise hoch. Beispielsweise ist eine Mutter mit zwei Kindern mit 31,3 Prozent Steuern belegt, wenn sie ein durchschnittliches Einkommen erzielt. Damit liegt Deutschland fast 100 Prozent über dem OECD-Durchschnitt. Dieser liegt bei 16,9 Prozent, immerhin 14,3 Prozentpunkte weniger.

Auch bei verheirateten Ehepaaren, die ein Durchschnittseinkommen erzielen und zwei Kinder haben, liegt die Steuerlast mit 33,7 Prozent auf einem sehr hohen Niveau. Der Durchschnitt innerhalb der OECD liegt bei 26 Prozent. Besonders profitieren alleinstehende Spitzenverdiener von den Steuerentlastungen. Im Vergleich mit den anderen Ländern gibt es auch nicht besonders große Unterschiede.