Estland tritt der Euro-Zone bei

Zu Beginn des neuen Jahres begrüßt die Euro-Zone ein neues Mitglied. Estland ist der Gemeinschaftswährung beigetreten. Seit Jahresbeginn ist die Krone als offizielles Zahlungsmittel in Estland Vergangenheit.

Estland gilt als Musterschüler, hat man doch in fast allen Bereichen der Konvergenzkriterien Bestwerte erzielen können. Der Staatshaushalt ist ausgeglichen, die Inflationsrate ist zwar mit knapp fünf Prozent im europäischen Vergleich recht hoch (EU-Durchschnitt 2,3), dennoch nicht mehr Grund genug Estland nicht zur Gemeinschaftswährung zuzulassen, denn darüber hinaus sind die öffentlichen Schulden äußerst gering. Das Staatsdefizit liegt gerade einmal bei 2,7 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP). Für die EU und die Euro-Zone ist derzeit jedes Mitgliedsland, dass nicht am Staatsbankrott wandelt willkommen, denn den Euro mittelfristig zu stabilisieren wird ein sehr schweres Unterfangen.

In der Hauptstadt Tallin wurde zu Mitternacht an Silvester nicht nur ein Feuerwerk für den Jahreswechsel gezündet sondern auch wegen der Freude über den Beitritt zur Euro-Zone. Den ersten Euroschein, den ein Este aus einem Geldautomat erhalten hatte war dann auch der Staatschef Andrus Ansip, der wegen der Symbolik einen Euroschein aus einem Geldautomaten vor der Oper in Tallinn gezogen hatte.

Die Mehrheit der 1,3 Millionen Esten selbst freuen sich über den Euro. Auch wenn dieser in den vergangenen Monaten stark unter der Schuldenkrise einiger europäischer Länder gelitten hatte. Ungefähr 50 Prozent der Esten stehen dem Euro positiv gegenüber, 40 Prozent wollen ihn nicht.

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Eine Antwort für “Estland tritt der Euro-Zone bei”

  1. Erich Lienhart sagt:

    Die Freude von EU – Kommissionpräsident Barroso über die Einführung des Euro ist verständlich. Der Beitritt eines Landes mit nahezu augeglichenem Haushalt zur Euro -Zone ist schon eine Sensation. Wäre Estland nicht gar so klein ( 1,3 Millionen
    Einwohner), könnte er den Anschein erwecken, daß für die mittlerweilein in arge Schieflage gekommene, ursprünglich hochgepriesene Gemeinschaftswährung Rettung naht. Viele Esten befürchten jedoch umgekehrt, daß sie für die verfehlte Finanz- und Bankenpolitik vieler EU- Staaten nun in Mithaftung genommen werden. Daher hält sich die Begeisterung für die Euro- Einführung in Grenzen. Nicht so gut wäre es um die Währungsunion bestellt, sollten die Esten ihren Schritt bereits nach kurzer Zeit bereuen. Das würde andere potentielle Beitrittskandidaten abschrecken und die Staatsverdrossenheit auch in Estland befeuern. Da es für Defizitsünder EU-
    weit keine geregelten Haftungs- und Austrittskriterien gibt, wird die Skepsis wohl weiterhin überwiegen.

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